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organix

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Saturday, August 15th 2009, 1:00am

Quantum Leap, Voices of Passion - Review

QL Voices of Passion


Wenn man an einen Filmscore wie „Gladiator“ von Hans Zimmer denkt, so kommt vielen auch die schöne Gesangsstimme von Lisa Gerard in den Sinn. Die Zusammenarbeit von Hans Zimmer mit Lisa Gerard war es auch, was diesem Score eine ganz besondere Note verliehen hat.

Kein typischer Chorgesang oder klassische Sopranstimme, sondern diese ganz besondere lyrische und "leidenschaftliche" Gesangsart war es, wo hier den Zuschauer/Zuhörer in die alte Welt der Gladiatoren geführt hat.
Wenige von uns, die hauptsächlich samplebasierte Musik erstellen, dürften eine solch spezielle Sängerin kennen. Mit normaler Pop- oder klassischer Gesangsstimme ist es schwer dies nachzuahmen, denn solch ethnische Gesänge erfordern bestimmte Techniken und ganz spezielle Ausdruckskraft.

Der Versuch solche Gesänge und seien es auch nur wortlose Aah- und Ooh Phrasen mit den üblichen Chorlibraries nachzuahmen, scheitert ebenso an den bestimmten Gesangstechniken.

Mit der auf PLAY basierten Samplelibrary „Voices of Passion“ will Quantum Leap hier ein Werkzeug an die Hand geben, um ethnische Gesänge aus verschiedenen Ländern und Kontinenten nachzuahmen.


  • Allgemein



    Wichtig für eine solche Library ist, dass sie nicht einfach nur schnöde halbfertige Gesangsphrasen abliefert und einen damit in vorgegebene Melodien und Harmonien zwingt, sondern das sie wirklich spielbar und einigermaßen flexibel einsetzbar ist.
    Ich kenne in dem Zusammenhang auch andere Vocal-Libraries mit exotischen Gesängen, wie beispielsweise Vocal-Planet von Spectrasonics oder die Voices Sektion aus Ethno World von Bestservice. Aber beide bieten keine oder nur wenige solch speziell lyrischen Gesänge sondern schwerpunktmäßig irgendwelche Stammesgesänge aus dem afrikanischen Kontinent.
    Voices of Passion verfolgt hier nicht nur ein anderes stilistisches Genre, sondern versucht trotz vieler fertiges Gesangsphrasen auch so spielbar als möglich zu sein. Und um hier schon ein kleines Fazit vorwegzunehmen, letzteres gelingt leider nur zum Teil und scheitert ein wenig an der konsequenten Umsetzung.
    Als Sample-Engine kommt wie bei allen neuen East West / Quantum Leap Produkten auch wieder PLAY zum Einsatz, das in vielen Formaten zur Verfügung steht.
    Der PLAY Sampleplayer ist so konzipiert, dass er für jede Library eine etwas andere GUI hat und spezielle Features hat.



    Neben dem bei allen PLAY Instrumenten verfügbarem, recht guten, Convolution Reverb, gibt es bei Voices of Passion u.a. noch einen Delay, Filter und ein Feature mit dem Kürzel „ADT“, was ein Chorus darstellt.
    Gerade Delay kann für eine zusätzliche Tiefe sorgen.

    Viele Patches sind mit mehreren Artikulationen mittels Keyswitch ausgestattet. Was auf welcher Keyswitchtaste liegt, ist der Artikulationsliste im PLAY Interface zu entnehmen. Hier kann man auch gezielt Artikulationen deaktivieren und entladen um sich so selbst eigene, schlankere, Keyswitch-Patches zu machen.
    Über die Artikulationsliste (im Interface unten rechts zu finden), kann man zudem auch die Lautstärke der einzelnen Artikulationen anpassen.

    Pro Instanz kann PLAY übrigens mehrere Patches laden und diesen MIDI Kanälen und Audio-Outputs zuweisen.
    Recht sinnvoll ist die Möglichkeit der Eingabe von Velocity Min und Max. Somit verhindert man, dass die Stimme versehentlich zu leise oder zu auch laut und ausdrucksvoll gespielt wird. Nicht jeder MIDI Keyboarder kann Tasten immer in einer bestimmten Velocity Range anschlagen.



    Die aus diversen andere PLAY Libaries bekannten Knöpfe für Legato, Portamento und Repetition findet man bei Voices of Passion (VoP) nicht. Legato und Repetition ist bei VoP automatisch und wird von der Play-Engine selbst erkannt, schreibt zumindest die Produktbeschreibung.
    Hier mal eine kurze Übersicht des enthaltenen Stimm-Materials.
    • 7 GB an Samples
    • Weibliche Vocalstimmen aus Wales, Syria, India, Bulgaria und America
    • Über 1000 ethnische Gesangsphrasen
    • Oo, Oh und Ah Stimmen mit Legato Intervallen. (nur bei America und Wales)
    Da jedes der oben aufgeführten Länder einen anderen kulturellen Hintergrund und eine andere gesangliche Ausdrucksweise hat, ist auch jedes etwas anders organisiert, bietet andere Artikulationen und Möglichkeiten.
    An dieser Stelle will ich auch darauf hinweisen, dass es in Voices of Passion ausschließlich weibliche Solo Gesänge gibt.
    Die 5 Länder geben im PLAY Browser auch die jeweils obere Ebene an. Der Inhalt jedes Landes ist dann zum Teil recht unterschiedlich organisiert. Wenn ich hier im Review von Sektionen spreche, dann ist jeweils diese obere Ebene gemeint.
    Bei America und Wales gibt es diverse Ah, Oh und Oo Gesänge, die über etwa 2-3 Oktaven gespielt werden können. Die Play Engine erkennt dabei automatisch Überlappungen von Noten und fügt dann ein Legato ein. Ansonsten findet man bei allen Ländern Gesangsphrasen, die recht unterschiedlich anzuwenden sind.
    Bei allen Ländern gibt es jeweils ein Master Patch, mit Keyswitches. In diesem Master Patch sind alle Keyswitches geladen und aktiviert. Will man das nicht und sich selbst seine Artikulationen zusammenstellen, so kann man einzelne Keyswitches in der Artikulationsliste ab- und anschalten.

    Welche Artikulationen jeweils zur Verfügung stehen ist bei jedem Land etwas unterschiedlich.

    (Über die Reiter oben kann man weitere Teile des Reviews aufrufen!)
  • Syria+India

    Bei Syria und India gibt es nur triggerbare Phrasen, die nicht melodiös spielbar sind. Es gibt davon allerdings sehr viele, die man dann kombinieren kann.
    Leider ist man beim Melodieverlauf nicht frei und vollkommen flexibel und die Phrasen entsprechen auch nicht der gespielten Tonhöhe. Also kein chromatisches Mapping. Eine Phrase, die also beispielsweise auf C liegt, klingt nicht unbedingt in C. Die Phrasen sind auch nicht einzelne Töne, sondern eben komplette Gesangsfragmente.

    Durch die enorme Anzahl an Phrasen (mehrere hundert) kann man auch kaum gezielt arbeiten und es dauert sehr lange bis man in etwa weiß, auf welcher Taste was für eine Gesangphrase liegt.
    Es ist auch kein System zu erkennen wie diese Phrasen abgelegt sind und eine Dokumentation gibt es auch nicht.

    Dafür klingen die Gesangsphrasen größtenteils recht gut und authentisch. Die Art- und Weise wie diese syrischen und indischen Gesänge aufgebaut sind, machen es sehr schwer diese anders, als mit Phrasen, umzusetzen. Es ist halt nicht einfach nur Ah und Oh wo gesungen wird, sondern sind teilweise Wörter oder auch nur unbestimmte menschliche Laute.
    Nur ob man hätte diese Phrasen zumindest der gespielten Tonhöhe anpassen können, kann ich nicht beurteilen. Das sowas aber grundsätzlich möglich ist, zeigt VoP bei einer anderen Sektion.

    Um sich das nun besser vorstellen zu können will ich hier mit einer neuen kleinen Neotrax Premiere starten. Einem Beispiel nicht nur in Audio, sondern in Video.
    Ich hoffe diese Videos sind hier für jeden abspielbar, denn sie sind von der Dateigröße nicht gerade klein. Um eine gute Verfügbarkeit der Videostreams zu ermöglichen, habe ich mich für die Ablage der Videos für Youtube entschieden.

    HINWEIS:
    "Durch klicken auf die Videos kann man sich diese auch direkt bei Youtube anschauen und hat besonders in der HQ Ansicht ein größeres Vorschaufenster. Auch gibt es da dann die Möglichkeit das Video im Vollbildschirm anzuschauen."



    Ich bitte auch zu entschuldigen, dass die Videos sowohl nicht ganz perfekt in Bild und Ton sind und es auch so einige Versprecher gibt, die ich dann auch nicht näher editieren wollte. Das Thema Video für ein Review ist noch recht Neuland für mich und hoffe das es dennoch brauchbar ist.
  • America

    Unter „America“ gibt es wie schon erwähnt, diverse spielbare Ah und Oo Stimmen mit und ohne Vibrate, Legato und Portamento Artikulationen.

    Das klingt je nach dem wie man die Stimme anspielt recht gut, aber manchmal auch ein wenig synthetisch.

    Besonders wenn man die Stimme Solo spielt und gut aus demArrangement herauszuhören ist, muss man da sehr darauf achten, dass es nicht zu elektronisch klingt.
    Je mehr sonstiges musikalisches Arrangement vorhanden ist, desto weniger fallen synthetische Klangfragmente auf und desto realistischer wirkt das ganze dann auch.

    Der Master-Keyswitch-Patch ist mit Vokalen wie Ah, Oh un Oo gefüllt, aber auch mit einzelnen Worten.
    Das schöne an den Worten ist, dass es nicht wie bei Syria und India nur Phrasen auf einer Taste sind, sondern die Worte spielbar sind und sogar ein Legato haben. Wenn man hier also das Wort auf C spielt, dann wird es auch in C gesungen.
    Um die America Sektion zu demonstrieren, auch hier wieder ein kleines Video.


  • Wales

    Einen ähnlichen Aufbau wie America bietet die Sektion „Wales“.

    Hier findet man ebenfalls spielbare Vokal-Laute wie Ah, Oh, Ee etc. Der Master-Patch ist hier recht übersichtlich, bietet er ganz einfach nur Ah, Oh, Oo, Eeh und Mm.
    Aber, in Wales gibt es einen zweiten Masterpatch, den sogenannten Words-Master. Dieser beinhaltet eine ganze Menge singbare Wörter. Diese Wörter sind, wie schon kurz bei America erwähnt, in unterschiedlicher Tonhöhe spielbar und agiert auf Legato.

    Leider mangelt es ein wenig an einer übersichtlichen Dokumentation, wo alle Wörter aufgeführt sind. Hier ist also am besten Abschreiben angesagt.

    Die Möglichkeiten von Wales auch hier wieder in einem Video vorgestellt:


  • Bulgaria

    Zu guter letzt gibt es noch die Sektion „Bulgaria“.

    Auch diese Sektion hat einen etwas anderen Aufbau im Inhalt und wohl auch ein anderes Konzept.
    So gibt es hier wie schon bei Syria und India, Phrasen. Diese sind aber nicht einfach nur dumm auf den Tasten verteilt, sondern sind der jeweils gespielten Tonhöhe angepasst. Eine Phrase wo man also auf einem C spielt, wird auch in C gesungen. Somit ist es hier möglich, diese Phrasen in einen melodischen Kontext einzubringen.

    Durch Legato Spielweise ist es auch möglich die Phrasen mit oftmals gutem Übergang zu wechseln.

    Ergänzt werden die Phrasen dann noch durch ein paar Vokal-Laute wie Oh und Oo.

    Auch hier möchte ich das ganze durch ein Video verdeutlichen:


  • Fazit

    Das ist dann auch schon alles was es in „Voices of Passion“ gibt.
    Sich hier auf eine Wertung als Fazit festzulegen, fällt mir schwer. Einserseits bietet diese Lib Gesangsstimmen in einer Art- und Weise, wie man sie in anderen Sample-Libraries wenig findet. Das Sample-Material ist größtenteils auch in guter Qualität, allerdings je nach Spielart klingt es nicht sehr realistisch.

    Größtes Manko ist wie ich finde, die recht unterschiedlichen Konzepte wie das Samplematerial der einzelnen Sängerinnen aufbereitet ist und dem Anwender zur Verfügung steht. Es fehlt ein wenig an einem einheitlichen Konzept . Als wäre diese Library und die Aufnahmen nicht direkt für den Einsatz dazu geplant gewesen.

    Die Ansätze in den Gesangssektionen America, Wales und Bulgaria sind gut, aber eben nicht zu Ende gedacht. Hier sollte Quantum Leap die jeweils besten Konzepte daraus nehmen und diese einheitlich auf alle landestypischen Gesangsstimmen anwenden. Man kann aus dem Thema sicher mehr rausholen als hier bei Voices of Passion geboten wird.

    Der Preis von um die 350 bis 400,- € sehe ich als angemessen an. Einsatzgebiet dürfte hier hauptsächlich Filmmusik und ähnliches sein.
    Es ist weniger ein Library, die man unbedingt seinen Produktionen aufzwingen sollte, nur weil man sie halt hat. Es macht wohl viel mehr Sinn, sich die Zeit der Einarbeitung zu nehmen und sich mit dem Inhalt sowie der gebotenen Möglichkeiten der Library vertraut zu machen. Weiß man was sie bietet und kann, steht sie auf Abruf bereit um eine Produktion dann auch zu bereichern.


    Sie gehört somit auch mehr zu dem Typ von Libraries, die man nicht zwingend unbedingt braucht, aber es dennoch schön ist, mal bei Bedarf darauf zurück greifen zu können. Also eher ein „Nice to have“ als ein „Must have“.
    Eine bessere Alternative ist mir in Sample Library Form nicht bekannt. Diese Art leidenschaftlicher Gesänge in eine Sample-Library zu packen ist schon eine gute Idee und auf jeden Fall eine Bereicherung für den Sample Pool eines ambitionierten Komponisten auf dem Film, Game und Medien Umfeld.

    Abschließen möchte ich dieses Review dann mit einem Stück von mir, bei dem Voices of Passion eine tragende Rolle spielt.

    Viel Spaß beim Anhören. :-C


    Eternal-Passion MD.mp3

    Kllicke auf die MP3 Datei um sie herunterzualden und in höherer Qualität auf dem eigenen MP3-Player zu hören.


2

Saturday, August 15th 2009, 9:23am

:xD: Sehr geil!

Mir gefällt das Review! Es ist schön, mal ein User-Video zu sehen und nicht immer nur von irgendwelchen Herstellern, bei denen man nicht weiß, was da noch alles im Hintergrund mitläuft... Man sieht auch toll, was alles in VoP steckt (und was nicht). Da sich selber mit dieser Lib liegäugle, war es für mich gut zu sehen, wie diese Lib funktioniert und was machbar ist.
Vor allem finde ich es gut gemacht. Man findet ja immer mal wieder User-Videos des verschiedensten Tutorials auf YouTube, aber selten sind sie so aufwendig gestaltet, was das mitverfolgen des Geschehens auf dem Bildschirm betrifft.

Daher: :thumbup: Ganz großes Kino!

Bin mal gespannt, welche Tutorials im Lauf der Zeit noch folgen. Ich wäre ja stark für ein Mix und Mastering Tutorial... :rolleyes:

Neotrax wird wohl immer mehr zu einer maßgeblichen Instanz im deutschen Musiker-Foren Netzwerk. :) Findich schön, wie sich das entwickelt.
Die Subdominante von "F"? "F" ist doch die Subdominante!!
www.sebastian-schell.de

Carrickfergus

Gut aussehender Grottenlurch

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3

Saturday, August 15th 2009, 10:16am

Super!

Deine Videos sind echt klasse! :thumbup:

Die Lib allerdings haut mich nicht so vom Hocker. Irgendwie klingen die Sounds schon sehr ausgelutscht und nach schon 100mal gehört.
Und im Prinzip war es (— oder ist es sogar noch immer ? ) Modern solch "astrales" geseusel in Film— und Werbemusik zu verwursten. Gladiator war da sicher nicht der erste Film.
In diese Kathegorie würde ich zB auch "Ecstasy of Gold" aus "The Good, the Bad, the Ugly" von Ennio Morricone einreihen. So als Wegbereiter. hehe.
Ich finde dieses Stilmittel jedenfalls schon sehr abgedroschen.Gerade eben weil so gut wie jeder zweite Soundtrack mit solchen Gesängen daherkommt, und wenn auch nur kurz wie zB. bei The Day After Tomorrow (am Anfang). :police:

Jedenfalls triffst du es mit deinem Fazit "good to have" auf dem Punkt. Ich weiß jetzt, dass ich es nicht haben "muss". :ahahaha:

Auch finde ich die "Artefakte (?)" bei den Übergängen von einer gespielten Note zur anderen nicht schön. Klingt irgendwie künstlich und nicht mehr nach Gesang. Evtl. kann man da mit dieser Envelope Funktion nachhelfen?

Egal. Bin auch gespannt auf deine nächsten Videos. Macht echt Spaß dir zu zuschauen.

PS: Wie hast du das eigentlich mit dem Transformers2 Clip gemacht? War da ursprünglich gar keine Musik drauf, oder hast du es irgendwie geschafft die Original-Trailermusik zu entfernen? Sowas wollte ich auch schon immer machen. Zum üben eben. 8o
Mein selbst gebastelter VEPro Slave VEPro Slave Blog

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