Nicht ein einziges Lautsprechersystem hat es bis jetzt geschafft, mir wirklich das Gefühl zu geben, in einem Konzertsaal zu sitzen.
Nicht mal im Ansatz.
Nun, LiveSound mit der Klangwiedergabe einfacher Lautsprechersysteme zu vergleichen
ist etwas unfair. Beim LiveSound hast du praktisch unendlich viele Reflektionspunkte
und ständig dynamische Interferenzen. Das heißt, dass du sobal du deinen Kopf
auch nur einen Millimeter bewegst, du ein anderes Klangmuster hörst, weil du die
Quell-Schallwellen aus versch. Richtungen empfängst.
Bei Lautsprechern wird man großzügig frontal bestrahlt, ob du nun deinen Kopf drehst
oder nicht ist egal. Die einzigen Interferenzen die hier existieren sind die, die die
Lautsprecher selbst produzieren, nicht aber jede einzelne Schallquelle als Individuum.
Vor allem beim Live-Orchester ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht, da sich
jede Kopfneigung sofort in der Klangänderung wiederspeigelt.
Aber das ist auch bei einer simplen Blaskapelle der Feuerwehr so: Live, dvor stehend
hört sich immer anders an, als wenn du das aufnmimmst und dann wieder abspielst.
Allerdings empfinde ich das Ergebnis der Studie eigentlich nicht als so spektakulär, eher als relativ naheliegend, als dass man es unbedingt unter Eid beweisen müsste.
Ich kenne diese Diplomarbeit und ihre Details nicht, aber ich bin da anderer Auffassung.
Denn: Wenn du mit Monitoren mischst, von denen du meinst, sie seien linear, aber
es denen z.B. an Mitten fehlt, dann wirst du unweigerlich beim Mischen anfangen,
die Mitten mehr und mehr nach vorne zu holen, indem du entweder die Mitten anhebst,
oder die tiefen und hohen Frequenzen absenkst. Dadurch bekommst du eine dezente
Gauß'sche Glocke, die dann auf anderen Lautsprechern mit linearer Kennlinie zu
mittenbetont klingt.
Hänge einen EQ an den Ausgang deiner Boxen (oder einen EQ an dem MasterOut deines
Sequencers) und ziehe einen Bereich nach oben oder unten und arbeite so eine Woche lang
ohne Refenzmaterial (siehe auch meine Anekdote vom Studenten). Du wirst feststellen, das
das was den Monitoren an Linearität fehlt, du im Mix ausgleichen wirst.
Und wenn man eben nicht versch. Monitore zum Durchwechseln sein Eigen nennt, wird es
mit dem Mix etwas schwer. Man gewöhnt sich auch beim Mischen an den Klang und neigt
dazu lauter und extremer zu werden, weil die Ohren einfach nicht mehr frisch sind.
Da helfen nur untersch. Monitore, oder viel Pause, oder ein Partner, der unbefangen und mit
frischen Ohren das Stück neu beurteilen kann.