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1

Friday, January 7th 2011, 12:42am

Vom Sketch zum fertig orchestrierten Werk- Hat irgendwer Tipps?

Hi all!

Ich habe inzwischen ein paar recht nett klingende piano sketches, bei de Umsetzung in voll orchestrierte Werke bin ich jedoch vom Ergebnis nie wirklich zufrieden.

irgendwie ist es entweder langweilig oder viel zu viel.
Mir fehlt irgendwie der Schritt zwischen Orchestrerung (Hab hier mich Hauptsächlich mit Northernsounds und das eBook von Alan Belkin als Basis) und Kontrapunkt.

Wir orchestriert man am besten Kontrapunkte? wann ist es zu viel an Gegenbewegungen? Wenn ich Melode und Gegenmelodie sowie einen harmonischen "Tepppich" habe wie passt das dann alles zusammen? ...

Ich freue mch über alle Tipps oder weiterleitungen zu Literatur, Tutorials, ... Ich hoffe es ist einigermassen klar wo es bei mir fehlt ;)

Rgds

Romantic
Da ich öfter ironische und nicht ganz ernstgemeinte Postings schreibe, sie jedoch nicht mit ausreichenden Emoticons versehe sicherheitshalber eine Auswahl an Smileys zur freien platzierung in meinen Postings: :) :D ;)

Das wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten.
Gustav Mahler

2

Friday, January 7th 2011, 12:51am

Bei mir entwickelt sich das automatisch, wenn ich für Geschichten komponiere.

So ins Blaue hinaus hilft es auch, sich einfach eine Storyline für seine Musik zu überlegen.
Hilft mir zumindest.
______
---Ich bin Atheist.
Gott sei Dank---

MaSch

Marcel

Posts: 23

Location: Bielefeld

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3

Friday, January 7th 2011, 1:44pm

Schwierig auf jeden Fall, wann ist zu viel und wann zu wenig?

Da gibt es wohl nicht DIE richtige und einzige Antwort. Kommt auch immer drauf an wofür Du Musik schreibst und wlche Stimmung Du wiedergeben möchtest.
Wenn Du zB Filmmusik machst, dann können zuviel unterschiedliche Funktionen in einer Szenenmusik zu viel und ablenkend sein.
Bei "absoluter" Musik, also Musik, die für sich steht und keiner anderen Funktion untergeordnet ist, kann ein "zu wenig" wiederum zu einfach und banal wirken. Aber das wird Dir ebenso klar sein.

Mein Tip wäre: schau so oft wie möglich in unterschiedliche Partituren! Schau Dir an, wie die Kollegen (von heute und damals) für bestimmte Stellen komponiert haben und zu welchen Lösungen sie gekommen sind. Man ist doch oft sehr erstaunt, dass selbst in den "dicksten" Stellen von Orchesterpartituren, nur 3-4 satztechnische Funktionen gleichzeitig erklingen - die aber zB durch geschickte Dopplungen und Orchestrierungskunst nach viel mehr klingen.

Der von mir sehr geschätze Robin Hoffmann hat zB. auf seiner Seite schöne Tutorials (inkl. Partituren), darunter auch seine "Daily Film Scoring Bits". http://www.robin-hoffmann.com
http://www.robin-hoffmann.com/dfsb/daily-film-scoring-bits/

Aber auf jeden Fall würde ich Dir wirklich empfehlen, Dir Partituren (Deiner Vorbilder?) zu besorgen. Am besten in gedruckter Form, aber es gibt auch gute online Quellen, wie hier: http://imslp.org/wiki/Hauptseite
------ COMPOSER ------
www.marcelschweder.com

organix

Neotrax CEO

Posts: 1,875

Location: Karlsruhe

Sequencer: Avid Pro Tools 10

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4

Friday, January 7th 2011, 5:17pm

@Romantic
Du sprichst hier ein Problem an, dass eigentlich jeder Komponist in ähnlicher Form hat. Gäbe es dafür eine ultimative Lösung nach Lehrbuch, dann wäre jede Komposition fast schon ein Meisterwerk.
Aus einem Sketch, einer Melodie oder einer Folge von Harmonien ein ganzes orchestrales Werk zu schaffen ist ja gerade die Hauptaufgabe für Komponisten von orchestraler Musik. Für diese Aufgabe nützt theoretisches Musikwissen oder Verfahrensanweisungen nur bedingt, denn es erfordert menschliche Einflüsse wie Kreativität. Dinge einfach, die man nicht mal so eben per Knopfdruck immer abrufen kann und wo es schon auch bei den Begabtesten zu einer Blockade kommen kann. Und genau da glaube ich, befindest Du Dich momentan.
Du bist wohl in einer kreativen Blockade um aus den Piano-Sketchen was besonderes zu machen. Grade auch dann wenn man es unbedingt will, klappt es am wenigsten.

Daher mein Tip, lenke Dich ab, vergiss die Sketche erst mal für ne Weile. Befreie Deinen Geist und gehe nach einer Weile erneut ran. Versuch nichts zu erzwingen, denke nicht an zu starre Regeln.
Wenn es nicht will, dann wird es auch nichts. Zur Not werden die Sketche irgendwo tief archiviert, aus dem Kopf geschmissen und Platz gemacht für neue Ideen.

Ich weiß schon gar nicht mehr wieviele anfänglich gute Ideen ich schon gelöscht habe.
Auch bin ich inzwischen von Piano-Sketchen fast vollständig abgekommen. Früher habe ich auch häufig diverse Ideen mit Piano vorentwickelt und stand dann aber so wie Du jetzt, immer häufiger an dem Problem, das ganze in einen guten orchestralen Kontext zu bringen. Ich versuche meine Ideen inzwischen gleich schon zu Beginn mit orchestralen Ansätzen zu entwickeln, dann ist es viel einfach daran weiter zu bauen.
Ich bin auch überhaupt davon abgekommen irgendwelche Ideen großartig zu sammeln. Ich habe doch zu selten auf gespeicherte Ideen zurück gegriffen, sondern es haben sich immer wieder neue entwickelt. Natürlich ist es manchmal schade, denn man hat oft gerade einen super Flow und da schießt einem ein geniales Thema aus den Fingern, welches man bestimmt bald gebrauchen könnte. Bei mir hat sich aber herausgestellt, wenn ich nicht gleich die Zeit habe und das ganze schon in gut vorbereitete Formen bringe, dann wird es später doch nichts werden.

Das blöde ist dann aber manchmal auch, dass wenn man dann mal eine gute Idee für ein Projekt bräuchte, einem gerade dann nichts einfällt. Allerdings habe ich an diesem Punkt dann in meinen Ideensammlungen auch nichts gefunden wo mich beflügelt hätte. Da hilft manchmal einfach nur mal abschalten, raus aus dem Studio und Gedanken neu sortieren. :)
Selbsternannter Filmkomponist aus Leidenschaft und Freude an der Musik
www.neoterra.de

albatros

Unregistered

5

Sunday, January 9th 2011, 1:58pm

Für diese Aufgabe nützt theoretisches Musikwissen oder Verfahrensanweisungen nur bedingt

Hier muß ich dir widersprechen, eher das Gegenteil ist der Fall. Wie MaSch schon schrieb, theoretische Kenntnis zum Beispiel was Arrangieren angeht sind von klarem Vorteil. Wenn man schon vorher weiß wie bestimmte Instrumente bei bestimmten Arrangiertechniken klingen, wenn man es quasi schon im Kopf vorhören kann, dann fällt das arrangieren schon viel leichter und es geht auch viel schneller.

MikeNovy

Unregistered

6

Sunday, January 9th 2011, 5:14pm

Wenn man schon vorher weiß wie bestimmte Instrumente bei bestimmten Arrangiertechniken klingen, wenn man es quasi schon im Kopf vorhören kann, dann fällt das arrangieren schon viel leichter und es geht auch viel schneller.
D.h. also wiederum Praxiserfahrung ;)

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