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1

Saturday, December 25th 2010, 1:25pm

Wie Beethoven komponierte oder "Auf den Spuren kompositorischer Genialität"

Es gibt unter folgendem Link einen hochinteressanten Film der Reihe "Young person's guide to the orchestra" zu sehen, in dem Leonard Bernstein einen Blick in die Kompositionswerkstatt Beethovens wirft:

http://www.youtube.com/watch?v=j0wO7q6_qRk&feature=related

Anhand von Beethovens Symphonie Nr. 5 unternimmt Bernstein ein aufschlussreiches Experiment, das zeigt, wie der geniale Meister komponierte.
Bernstein lässt die Musiker nämlich aus Beethovens Skizzenbüchern spielen.
Er konfrontiert damit die Entwürfe und Vorstadien mit der späteren Endfassung des Werks.

Aha-Erlebnisse des Hörers sind dabei garantiert. Jedes Mal entsteht nämlich die Frage: Warum hat Beethoven die Vorfassungen verworfen - und warum ist die Endfassung am zweckdienlichsten?

Schritt für Schritt lässt sich so der Weg vom Entwurf zum Meisterwerk hörend nachvollziehen.

Folgende Erkenntnisse lassen sich gewinnen:
- Beethovens Meisterwerk ist nicht vom Himmel gefallen, sondern ist Resultat hunderter Entwurfsstadien.
- Komponieren stellt sich beim Meister Beethoven als "Trial and Error" dar. Entwürfe werden so lange verworfen, bis sich am Ende die passenden Werk-Bausteine zueinander fügen.
- Die Vorstadien sind meistens alles andere als genial, die meisten klingen sogar richtig schlecht und im Kontext lächerlich. Mit anderen Worten: GENIALITÄT IST DAS RESULTAT HARTER ARBEIT.
- Was das Kompositionsgenie vom Dilettanten unterscheidet, ist wohl vor allem das Maß an SELBSTKRITIK gegenüber dem Geschaffenen. Ein Dilettant hätte sich mit den Entwürfen rasch zufrieden gegegeben - dementsprechend wäre nie ein Meisterwerk daraus geworden. Was den Meister auszeichnet, ist die UNERBITTLICHE PRÜFUNG des Geschaffenen.
- Ein Sequenzer wäre für Beethoven das geeignete Arbeitsmittel gewesen. Er hätte bequem die Löschen-Funktion verwenden und die Bausteine hin- und herschieben können, statt stapelweise Notenpapier für die Entwürfe zu verwenden. Allerdings: Dank der konventionellen Arbeitsmittel können wir heute den Entstehungsprozess der Werke nachvollziehen. ^^

Viel Spaß beim Anschauen und Anhören!

2

Saturday, December 25th 2010, 7:10pm

Also ich find das Video inhaltlich sehr cool, aber das könnte man leicht auf 50% der Zeit kürzen ;)
Da ich öfter ironische und nicht ganz ernstgemeinte Postings schreibe, sie jedoch nicht mit ausreichenden Emoticons versehe sicherheitshalber eine Auswahl an Smileys zur freien platzierung in meinen Postings: :) :D ;)

Das wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten.
Gustav Mahler

veetguitar

Sound-Enthusiast

Posts: 36

Location: Hohenlohe

Sequencer: Cubase 5

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3

Wednesday, December 29th 2010, 9:33am

Bernstein ist einfach der Komunikator in Sachen klassischer Musik!
Es gibt eine Harvard Vorlesungsreihe "Musik, die offene Frage", die ich noch als Buch besitze.(Leider schon länger vergriffen.)
Wohl noch immer mein Lieblingsbuch über Musik.
So kann eben nur ein Komponist an die Sache herangehen.

Robse

Unregistered

4

Wednesday, December 29th 2010, 10:26am

Sehr interessant und informativ! Vielen Dank :)

Wie gut, dass wir heute mit Sequencern arbeiten können/dürfen. Wobei stellt sich die Frage "wie gut" das wirklich ist ^^ Ob man unsere "Werke" in 100 Jahren so wohl noch nachvollziehen kann? Wird dann wohl eher ein Formatproblem sein ;)

Lg, Robse

Locksley

Komponist & Audiodesigner

Posts: 325

Location: Mannheim

Sequencer: http://www.invisiblepage.com/studio.html

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5

Wednesday, December 29th 2010, 12:30pm

Hallöle!!!



Wieso Formatproblem???

Ich mache von jedem wichtigen stück einen notenauszug und hefte ihn dann in den Projektordner :thumbsup:

Sollte eh jeder Komponist machen ist am sichersten.....und dan ab in den Safe damit 8o
Das Leben ist ein schweres Videospiel, mit bomben Optik.
8)

Robse

Unregistered

6

Wednesday, December 29th 2010, 3:14pm

LOL, am besten noch mit Rückschein und Einschreiben an sich selbst :p

Lg, Robse

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