@Sinfonie
Du hast sicher auch Recht mit dem Hinweis der Schöpfungshöhe und einzelner Töne.
Doch auch wenn Sample-Libs oft nur aus einzelnen Tönen bestehen, so muss man dennoch das Gesamtprodukt und den Aufwand dahinter berücksichtigen.
Auch wenn Du bei einer VSL Violine per Tastendruck nur den Klang eines einzelnen Tons eines Instruments hörst, so steckt dahinter eine spezielle Aufnahmetechnik, entsprechend abgestimmte Räumlichkeiten, eine tontechnische Nachbearbeitung und letztendlich auch eine Programmierung.
Was man hört ist also nicht nur ein lapidarer Ton, sondern das Ergebnis eines kompletten Produktes.
Hier darf man also nicht nur den zu schützenden künstlerischen, schöpferischen Teil sehen, sondern auch den technischen Aspekt und eine Art Ingenieurleistung.
Wenn Du einen Ton einer Sample-Library abspielst, dann nutzt Du damit die ganze Kette jener Dinge die vom Hersteller gemacht worden sind um Dir den Ton zur Verfügung zu stellen. Und viele dieser Dinge sind eben geistiges Eigentum des Hersteller. Natürlich hat der Hersteller kein Recht auf den Grundklang einer Violine, aber auf die vielen Dinge dazwischen bis zum Endprodukt schon.
Eine Samplelibrary einfach nur als eine Sammlung aufgenommener Töne anzusehen ist nicht richtig.
Der schöpferische Aufwand sehe ich bei einer Samplelibrary, also dem fertigen Produkt, daher sogar als recht hoch an. Das würde wohl auch einem Richter schnell klar, wenn man ihm alle einzelnen Schritte vom Grundton bis zum Endprodukt aufzeigen würde. Und nicht zu vergessen der dazu noch recht hohe finanzielle Aufwand.
Hinter der Sache mit den eigenen Sampleplayern vermute ich keinen Grund irgendeiner rechtlichen Situation.
Ich denke da stecken viel mehr technische Aspekte dahinter.
Lange Zeit hat ja jeder den Kompakt/Kontakt Player lizenziert, doch war man da eben abhängig und eingeschränkt von dem was Native Instruments macht. Zudem will NI bestimmt auch Lizenzgebühren wenn man deren Player verwendet.
Wobei immer noch sehr viele Samplelib Hersteller die Kontakt Engine benutzen. Einen eigenen Player zu entwickeln ist halt eben auch nicht so mal locker aus dem Ärmel zu schütteln.
Bei VSL beispielsweise schien das Vienna Instruments nur der Anfang einer neuen Era eine ganzheitlichen Konzeptes zu sein.
Gruß
Markus